Private Film und Fotoecke von
Karin Westhauser & Achim Vollrath
Hohenasperg
18.07.2015
'Demokratenbuckel', 'Freiheitsgrab' oder 'Tränenberg' sind nur einige Synonyme des Hohenasperg.

Einst war auf dem 90 Meter hohen Keuperberg ein keltischer Fürstensitz. Zahlreiche Grabhügel in der Umgebung lassen auf Macht, Reichtum und Einfluss der Führungsschicht schließen.

Die Festung war von 1535 bis 1693 eine aktive Festung des Landes Württemberg auf dem Asperg und ist seit Anfang des 18. Jahrhunderts Gefängnis, in dem bis 1945 auch viele prominente politische Gefangene inhaftiert waren, meist politische Häftlinge, die durch eine antimonarchische Haltung in Kerkerhaft genommen wurden.

Darunter der Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart, der hier von 1777 bis 1787 ohne Verhör, Anklage oder Urteil inhaftiert war, weil er die Obrigkeit kritisierte. Dort entstehen seine Werke 'Die Fürstengruft' oder 'Die Forelle'. Schubarts Schicksal vor Augen, verfasste Friedrich Schiller sein Drama 'Die Räuber'- und entging selbst einer möglichen Festungshaft auf dem Hohenasperg durch Flucht nach Mannheim

Oder Joseph Süß Oppenheimer, dem als 'Jud Süß' bekannten Hoffinanzmann, der 1737 Opfer absolutistischer Ränke wurde und bis zu seiner Hinrichtung hier einsaß.

Die beliebte Sängerin am Stuttgarter Hoftheater war 1756 von Herzog Carl Eugen wegen einer delikaten Indiskretion in den Kerker geworfen worden. Sie verlor ihre Stimme, die Haftbedingungen raubten Ihr den Verstand.

Nach der Revolution von 1848/49 wurden rund 400 Demokraten in Kerkerhaft genommen.

Im Ersten Weltkrieg wird die Festung Kriegsgefangenenlager,

Während des NS_Regims wurden vor allem Sinti und Roma hier zusammengetrieben und inhaftiert, bevor sie sie ins KZ deportieren.

Nach 1945 ist die Festung Entnazifizierungslager der Amerikaner und seit 1952 Vollzugskrankenhaus Baden-Württembergs.
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